e-center hält Open Source Software für rechtlich problematisch
Im Mai kam eine Presseaussendung mit dieser Überschrift. Als eingeschworener OpenSource Verwender bin ich dieser Studie nun nachgegangen. Und habe interessante Details entdeckt…
Das europäische zentrum für e-commerce und internetrecht , die größte europäische Initiative für Rechtssicherheit in der Informations und Kommunikationstechnologie, hat eine Studie vorgelegt, die rechtliche Sicherheitslücken von Open Source Software aufzeigt (Executive Summary “Open Source - open end?”).
Das nun von Dr. Sabine Hartzhauser, leitende Mitarbeiterin des e-center, erarbeitete Update der Studie belegt, dass es um die Rechtssicherheit in der Zwischenzeit nicht besser steht.
Auch Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Zankl, Leiter des e-center, bestätigt dies: “Die Rechtslage bei Open Source Software ist weiterhin unsicher, oft bestehen nicht einmal Gewährleistungsansprüche, wenn es zu Fehlfunktionen der Software kommt. Im Hinblick auf diese und andere Unklarkeiten könnte sich Open Source Software speziell bei kommerziellem Einsatz, aber auch in der öffentlichen Verwaltung als problematisch erweisen”.
So lautet der Text der Presseaussendung. Ich wollte wissen, wo nun tatsächlich die rechtlichen Lücken wären und habe versucht, auf der Webseite des e-centers mehr Informationen dazu zu finden. Was mir zwar nicht gelang. Dafür aber zutage brachte, dass das e-center selbst anscheinend auf OpenSource setzt. Denn die Webseite wurde mit phpnuke 5.5 realisiert (open source), der Webserver ist ein Apache auf einer Linux Distribution (beides oss), mysql (oss). Und das pdf der Studie selbst wurde auch mit einer OpenSource Software erstellt! (gnu ghostscript).
Wenn man allerdings bei “Partner” auf der Webseite nachschaut, findet man Microsoft……
Diese Studie ist damit offensichtlich ein bezahltes Produkt, damit Produzenten proprietärer Software in öffentlichen Ausschreibungen mitbieten können - ohne die konkrete Funktionsweise der Software offenlegen zu müssen. Was bei mir wieder einmal die Frage aufwirft: Werbung muss ich kennzeichnen - bezahlte Studien nicht? Darf so Meinungsbildung betrieben werden?



